Der Wetterbericht prognostizierte für dieses Wochenende echtes Schmuddelwetter. Außer für den Samstag, der zumindest vormittags sonnig werden sollte. Echtes Fahrradwetter eben. Nach Monaten Sonnenentzug dachte ich nicht zweimal drüber nach, mummelte mich sportlich ein, und schnappte mir mein Bike. Vor kurzem hörte ich von Kollegen zum ersten Mal vom Gnitz, sodass ich spontan entschloss, dort hin zu radeln. Gnitz, was ist das eigentlich? Dieser lustige Name gehört einer Halbinsel, die südlich von Zinnowitz und zwischen Achterwasser, Peenestrom und Krumminer Wiek liegt. Dieses Ausflugsziel ist von Zinnowitz auch auch für weniger Trainierte gut zu erreichen, auch, weil die Wege auch für Radfahrer gut ausgebaut.

Ich hatte mich vorab sonst nicht weiter informiert, sondern wollte mich von Schildern leiten lassen. So fuhr ich den Radweg über Neuendorf bis hin nach Lütow, der Gemeinde, in der sich der Gnitz gefindet.

Hier erwartet den Besucher vor allem ein großes Naturschutzgebiet, das wirklich urige Eindrücke hinterlässt. Von Tieren war leider nicht viel zu sehen, die waren sicher noch im Winterschlaf, oder anderswo unterwegs, aber die Landschaft hat schon was. Nur leider standen die Wege teilweise noch vom letzten Sturm arg unter Wasser, sodass ich nicht dem Weg entlang der Küstenlinie folgte, sondern mich bergauf begab, wo sich ein sehr idyllischer Naturzeltplatz befindet. Ich selber bin zwar nicht so der Camping-Fan, aber wenn, dann würde ich wohl auf einen solchen Platz ausweichen, auf dem es eher ruhig zugeht.

Großsteingrab bei Lütow

Zurück in Lütow, folgte ich einem Hinweisschild, das den Weg zu einem Hühnengrab wies. Also fuhr ich den schlaglochgespickten Trampelpfad entlang (für Nachahmer empfehle ich, abzusteigen und die 300 m zu laufen 🙂 Diese Grabanlage hat zwar keine Ausmaße wie Stonehenge, aber beeindruckend ist es schon, wie Menschen vor 4.000 Jahre dermaßen große Findlinge zu bewegen wussten.

Trip-Fazit: Die Tour war ja free style, und ich hatte mich bis auf die Wegebeschreibung bei Google Maps nicht über den Gnitz informiert. Nachdem ich mich nun für diesen Blogbeitrag noch weiter belesen habe, muss ich definitiv im Frühjahr noch einmal dorthin, wenn es wärmer, grüner ist und die Wege komplett befahrbar sind, um dann gezielt meine neue Gnitz-Bucket-List abzuarbeiten:

  • „Der Weiße Berg“ – ein 32 m hoher Kliffrand, der im farblichen Kontrast zum Achterwasser hell erscheint
  • Der Yachthafen Krummin
  • die Marienkirche in Netzelkow
  • Ein Radler und eine Brotzeit in einem der Biergärten und Cafés
  • Im Achterwasser baden
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