Nachdem ich in den letzten Wochen eher bei Instagram unterwegs war, wollte ich heute mal den Blog wieder etwas beleben, und zwar mit einem Bericht von meinem letzten Citytrip, der mich und 4 Freundinnen nach Danzig führte.

Wir waren Ende April/Anfang Mai für 5 Tage unterwegs. Sozusagen als Junggesellinnenabschied, da eine von uns bald heiratet (nein, nicht ich, ich bin noch auf dem Markt 🙂 Zuschriften bitte per E-Mail, siehe Impressum Aber nur Ernstgemeinte 🙂 . Eigentlich sollte es nach Lissabon gehen, aber da wir das Budget aufgrund der Hochzeit schonen wollten, entschieden wir uns für Danzig. Plan war auch, dort Brautschuhe für die Braut und Kleider für uns Gäste zu finden, da die Mode jenseits der Grenze ja durchaus anders und auch sehr feminin ist. Aber dazu später mehr.

Anreise

Da Flüge nach Danzig sauteuer sind, und wir auch erst hätten 3 Stunden nach Berlin fahren müssen, um zum Flughafen zu gelangen, entschieden wir uns für die Bahn als Verkehsmittel. Das Auto schied aus, da wir bei unserem letzten Trip nach Koblenz 10 h in einem solchen verbrachten, was megaanstrengend war. Mit dem Europa Spezial fuhren wir dann rund 9 Stunden. Klingt viel, war aber ganz ok, da wir gute Verpflegung dabei hatten. Außerdem war der Preis von 90,- € pro Person für Hin- und Rückreise auch unschlagbar.

Der polnische Zug, in den wir in Berlin stiegen, hatte echten Retro-Charme. Früher durfte man sicher in den Waggons rauchen, zumindest roch es dort noch so. Aber ansonsten eine gute Fahrt mit guter Stimmung und sauberen Toiletten. Auf der Fahrt lernten wir auch eine Besonderheit des Bahnreisens in Polen kennen: Ständig gab der Zugführer Warnsignale aus, weil es, wie wir später erfuhren, in Polen kaum beschrankte Bahnübergänge gibt, und dadurch nahende Autofahrer gewarnt werden sollen. Richtig Oldschool 🙂

Unterkunft

Der Trip war meine Airbnb Premiere. Wir hatten zu fünft eine kleine Einliegerwohnung im Danziger Vorort Oliwa angemietet, für sensationelle 10 € pro Nacht und Person. Die Wohnung hatte zwar deutlichen Vorwende-Ost-Improvisations-Charme, aber war sauber und weitgehend gut ausgestattet. Und ganz ehrlich, dort schläft und isst man ja auch nur, von daher konnte man wirklich nicht meckern. Außerdem befand sich die Wohnung der Nähe der dortigen S-Bahn-Haltestelle, also ein super Ausgangspunkt für Erkundungen.

Verkehrsanbindung/Travel

Wenn man nicht gerade körperlich eingeschränkt ist, kommt man in Danzig auch ohne Auto aus, das die wichtigen Hotspots sehr gut an das ÖPNV-Netz angeschlossen ist. Die S-Bahn-Waggons muteten zwar recht historisch an, aber das Netz reicht bis hin nach Gdynia mit regelmäßigen Fahrten, und auch die schöne Promenadenstadt Sopot ist wunderbar zu erreichen. PS: Die Bahnhöfe (wie die Innenstädte allgemein) sind ungemein sauber, sodass wir uns immer wohl und sicher fühlten.

 

Was geht ab in Danzg, Sopot und Gdynia?

Danzig bildet zusammen mit Sopot und Gdynia die sogenannte Dreistadt, da die Orte sehr dicht beieinander liegen. Jede Stadt hat ihren eigenen Charme, daher empfehle ich Euch, für jede Stadt mindestens einen Tag einzuplanen: Gdynia hat einige tolle Ladenstraßen, die wir leider nicht abklappern konnten, weil wir an einem Sonntag dort waren, und im katholischen Polen dieser Tag als Ruhetag ernstgenommen wird. In Gdynia waren wir in einer Kirche, die prappelvoll war. Schon sehr beeindruckend. Wenn Ihr mal sonntags in Polen seid, solltet Ihr auf jeden Fall zu einer Messe oder einem Gottestdienst gehen. Ansonsten gibt es hier auch schöne Cafés und unzählige Bäcker.eien. Und die Promenade ist auch ein schöner Ort für Spaziergänge

Danzig hat eine Vielzahl von historischen Gebäuden. Richtiges Sightseeing haben wir aber nicht gemacht, weil wie lieber die Atmosphäre und das Flair aufsaugen wollten. Auf jeden Fall sind die vielen Kaufmannshäuser im speziellen und die hanseatische Architektur im allgemeinen sehr beeindruckend. Leider war an unserem Danzig-Tag so richtig bescheidenes Wetter, sodass gemütliches Schlendern ausviel und wir vor allem von einem (tollen) Café ins andere hoppelten.

Auch am zweiten Tag hat es dermaßen geregnet (von den herbstlichen Temperaturen mal ganz abgesehen), dass wir nach Sopot in den Aquapark, ein riesiges Freizeitbad, gefahren sind, um dort den Tag mit Sauna und Schwimmen zu verbringen. Leider ohne Massage oder Wellness, da es sich auch in Polen empfiehlt, vorher zu reservieren. Nach dem feuchten Vergnügen liefen wir nach Sopot rein, wo wir uns sehr an unsere Seebäder an der Ostsee, allen voran Binz erinnert fühlten. Plan war eigentlich, nach dem Schwimmen nach Hause, und dann abends nochmal nach Sopot rein, da hier das Nachleben pulsiert (stand so in vielen Reiseführern :-)). Aber wir waren so erschöpft, dass wir uns in Sopot ein Restaurant suchten, dort satt wurden, und dann seelig zurück nach Oliwa fuhren. Warum das Restaurant nicht nur wegen des Essens zu empfehlen, verrat ich Euch im Abschnitt über die kulinarischen Besonderheiten.

 

Shopping

In diesem Kapitel wollte ich von Storys à la „Shop till you drop“ bis zur Besinnungslosigkeit berichten. Daraus wurde leider nichts. Wir waren am Freitag bei unserer ersten Orientierungsvisite in Danzig kurz in einem Shoppingcenter, wo ich auch Anhieb ein, wie ich finde, wunderschönes Kleid für die Hochzeit fand. Zum Glück, denn dies blieb das einzige Einkaufserlebnis.

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Denn leider haben wir in unserer Planung völlig vergessen, dass sonntags keine Shops (außer solche, die Essen verkaufen) offen hatten. Und am Montag, war der 1. Mai, was, wie wir uns hätten denken können, auch in Polen ein Feiertag ist. Also nix mit Brautschuhen oder anderen Frauenträumen. Dafür entschädigte uns das Essen 🙂

Essen – keep calm and eat piroggi

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Bis auf das Frühstück, welches wir auf Selbstversorgerbasis klassisch deutsch genossen haben (mit Stulle und Müsli), haben wir fast nur auswärts gegessen.  Erstens wollten wir ja die einheimische Küche kennen lernen, und zweitens ist Polen auch in einer Touri-Hochburg deutlich günstiger als Deutschland, sodass wir uns das einfach mal geleistet haben. Umgerechnet kann man sagen, dass z.B. ein Gericht mit Vorspeise und bspw. 1 Bier/Wein ca. 10,- € gekostet haben. Da kann man wirklich täglich essen gehen. Ich habe alleine zweimal Rote-Beete-Suppe gegessen, und das Piroggenrestaurant, das uns unsere Gastgeberin Ewa uns empfohlen hatte, war so gut, dass wir am ersten Abend direkt einen Tisch für unseren letzten Abend in Oliwa reserviert haben. Apropos Piroggen: Das Piroggenrestaurant bietet Teigtaschen in allen möglichen Varianten an, deftig und süß. Und wie viele Sorten es gibt! Bei unserem ersten Besuch haben wir vor allem einheimische Piroggen bestellt, z.B. mit Seelachs- oder Tomatenfüllung, und beim zweiten Besuch dann die exotischen Varianten. Teigtaschen gibt es ja vor allem in Asien in vielen Gestalten – absolut empfehlenswert.

Bei unserem ersten Schnupperausflug in die Danziger Innenstadt entdeckten wir auch ein schnuckeliges kleine Café/Restaurant, das vor allem von polnischen Gästen besucht wurde. An sich ja immer ein gutes Zeichen. Für eine kleine Stärkung zwischendurch ist das Lookier Cafe genau die richtige Adresse.

Und hier noch ein paar Worte zu dem tollen indischen Restaurant in Sopot, dem  Tandoor House (falls Ihr hier auf den Link klickt, nicht erschrecken, die Webseite ist nicht sonderlich benutzerfreulich, dafür ist die Küche umso besser). Und der Kellner, der uns bediente, war wirklich süß. Wir fünf gestandene Frauen kiecherten wie Teenager, so putzig war der. Also falls Ihr auch dort hin geht, und von ihm bedient werdet, denkt an mich 🙂

Neben diesem nicht typisch polnischem Essen solltet Ihr Euch auf jeden Fall auch die Vielfalt polnischer Backwaren nicht entgehen lassen. Bei den tollen Gebäcken wundert es mich echt, dass es so viele schlanke Menschen dort geht. Also mindestens 1x Waffeln und 1x Torte ist ein absolutes MUSS.

Und sonst so

Im Reiseführer lasen wir, dass hier sehr viele Menschen, gerade in der Gastronomie oder im Handel, sehr gut Englisch können. Wir hatten daher im Vorfeld nur ein paar Vokabeln (Guten Tag, Danke) gelernt, aber schnell festgestellt, dass es mit den Frendsprachenkenntnissen nicht sehr weit her ist. Sogar im international Office am Hauptbahnhof gab es keine echte Kommunikation. Für uns war das ok, da wir uns gut mit Händen und Füßen verständigen können. Aber die Lektion ist: Nicht alles glauben, was im Reiseführer steht.

All in all hatten wir ein paar tolle Tage in  einer schönen Ecke, die noch schöner gewesen wären, wenn es nicht unfassbar nass und kalt gewesen wäre. Glücklicherweise ist an den letzten zwei Tagen noch einmal die Sonne, zumindest für ein paar Stunden rausgekommen. Außerdem hatten wir viele Begegnungen mit sehr freundlichen Polen, und für 4 Tage vor Ort habe ich (inklusive Kleind und Anreise:-) nur 350,- € ausgegeben. Mein Tipp: Am besten Ende Mai oder Anfang Juni dorthin reisen.

Also, Ihr Lieben, Danzig ist wirklich eine Reise wert.

Und wo geht Eure nächste Reise hin? Unter allen Kommentaren, die bis zum 15.07.2017, 23.59 Uhr hier oder auf dem entsprechenden Instagram-Post eingehen, verlose ich die perfekte Urlaubslektüre. Doppelte Teilnahme bedeute hier doppelte Gewinnchance 🙂 

Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Teilnahme per Kommentar hier, oder auf meinem Instagram-Channel. Ich lose den Gewinner nach dem Zufallsprinzip aus. Der Versand ist nur innerhalb Deutschlands möglich.

 

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